Eine Bereicherung für unser Werkzeug- und Materialmuseum ein: Leimofen
In den Zeiten, als man noch mit Warmleim arbeitete, stand für gewöhnlich in fast allen Tischlereien ein Leimofen.
Warmleim, eigentlich Glutinleim, ist ein in Wasser löslicher, natürlicher Klebstoff, der aus tierischen Abfällen (Knochen, Häute) durch Auskochen (Sieden) gewonnen wird.
So gibt es zum Beispiel Knochenleim, Hautleim (Lederleim), Hasenleim, Fischleim und Hausenblasenleim.
Die weitverbreitete Bezeichnung Warmleim rührt aus der Notwendigkeit des Erwärmens bei seiner Verarbeitung.
Parallel zum Warmleim gab es auch Kaseinleim, der aus Käse gewonnen wurde, da dieser kalt verarbeitet wurde, nannte man ihn „Kaltleim“.
Übrigens, schon die alten Ägypter, haben rund 3500 v. Chr. Warmleim verwendet.
Warmleim wird bei Temperaturen von 60 – 70 Grad (nicht höher) verarbeitet.
Um den Leim zu erwärmen und ihn auch über längere Zeit kontinuierlich warm zu halten, verwendete man Leimtiegel, Leimtöpfe und später auch Leimkocher.
Für einwandfreie, fehlerlose Verleimung mit Warmleim war es auch notwendig, die Werkstücke zu erwärmen, da sonst der Leim auf der kalten Holzoberfläche sofort gelieren und erstarren würde. Für diese Zwecke nutzte man den Leim- oder auch Furnierofen mit seiner großen Wärmeplatte.
Auch die notwendigen Zulagen wie Zink- oder Aluminiumbleche zum Furnieren wurden auf ihm vorgewärmt. Damit Werkstücke und Zulagen nicht überhitzt werden konnten, hatten die meisten Öfen unter der Wärmeplatte ein Wasserbad. Gefeuert wurde mit den anfallenden Holzabfällen und mit –spänen, sodass er im Winter auch als Werkstattheizung diente.
Manche Leimöfen hatten zusätzlich spezielle Späne Einsätze, die zum Feierabend gestopft und am nächsten Morgen angezündet wurden. Die Glut in diesen Späne Kästen hielt sich oft über den ganzen Tag bei relativ gleichmäßiger Wärmeabgabe. So konnten Späne sehr effektiv und vor allem sicher ohne Verpuffung verheizt werden.
Gegen Ende des 19. Jhd. Gab es dann Öfen mit Gas-, Dampf- oder Elektroheizung.
Mit der zunehmenden Verwendung von Kaltleimen wurden die Leimöfen überflüssig und verschwanden Mitte des 20. Jhd. Fast vollständig aus den Werkstätten.


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