Plattenvereinigung erhält Auszeichnungen als Werkstatt N-Projekt und UN-Dekade-Projekt

Das Projekt Plattenvereinigung erhält mit der Auszeichnung als „Werkstatt N-Projekt“ das  Qualitätssiegel des von der Bundesregierung berufenen „Rates für Nachhaltige Entwicklung“. Mit  der Auszeichnung werden Projekte und Initiativen aus Deutschland gewürdigt, die den Weg in eine nachhaltige Gesellschaft weisen. Für seine Bildungs- und Entwicklungsarbeit wurde das Projekt Plattenvereinigung ebenso durch die „Deutsche UNESCO-Kommission“ als offizielles Projekt der „UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird an Initiativen vergeben, die das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen.

Plattenvereinigung – zukunftsweisendes Recycling-Gebäude auf der Tempelhofer Freiheit
Plattenvereinigung ist ein Forschungs- und Bildungsprojekt zur Erprobung nachhaltiger Handlungs-weisen und Kulturformen und vereint dazu Akteure aus Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Handwerk und Kunst zur Entwicklung einer universellen Kultur der Nachhaltigkeit. Das Projekt dient der Bildung für nachhaltige Entwicklung und macht nachhaltiges Denken und Handeln im Kontext von nachhaltigem Bauen und Baukultur sowie Ressourcenschutz und Geschichtsverständnis erfahrbar.

Als Medium und Studienobjekt wurde im Jahr 2010 ein zukunftsweisendes und vollkommen de- und remontierbares Recycling-Gebäude aus wiederverwendeten ost- und westdeutschen Plattenbauteilen   in der Peter-Behrens-Halle der TU Berlin errichtet. Das Gebäude wurde dazu in wissenschaftlicher Partnerschaft mit dem Fachgebiet Bauphysik und Baukonstruktionen der TU Berlin sowie in Form von Lehrbaustellen mit Auszubildenden und Studenten in einer experimentellen Umgebung entwickelt.

Gleichzeitig wurden die Lehrbaustellen von Studenten im Fachbereich Fachdidaktik Bautechnik und Landschaftsgestaltung in Feldstudien evaluiert und von Seminaren zum nachhaltig Bauen begleitet. An den Seminaren nahmen Studenten der Architektur und des Bauingenieurwesens sowohl seitens der TU Berlin als auch der UdK Berlin und anderer Hochschulen teil.

Von der Peter-Behrens-Halle der TU Berlin auf den Runway der Tempelhofer Freiheit
Im Frühjahr 2011 wurde das Gebäude demontiert und auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, der Tempelhofer Freiheit, wiedererrichtet. Dort fand über den Sommer 2011 ein interdisziplinäres Programm statt, unter anderem mit der Film und Diskussionsreihe „Utopie und Bauen“ und dem „TTF – Tempelhof Theater Festival“, wozu das Gebäude als Veranstaltungsort und Werkstatt für Workshops und Vorträge, Diskussionen und Filmvorführungen, Theater- und Kunstprojekte sowie als Begegnungsraum für die Besucher der Tempelhofer Freiheit diente.

Auch in der „Peter-Behrens-Halle“ hatte bereits im Sommer- und Wintersemester 2010/2011, in einer „Haus im Haus“-Situation, ein umfangreiches Programms aus fachlichen und kulturellen Veranstaltungen stattgefunden. In dessen Rahmen hat unter anderem das Maxim Gorki Theater Berlin Einar Schleefs „Das Haus“ aufgeführt und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zur „Langen Nacht der Wissenschaft 2010“ ein interaktives Programm veranstaltet.

Plattenvereinigung ist ein Projekt der zukunftsgeraeusche GbR und wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) als Projekt für „Berufsbildung und öffentlichen Diskurs zum Ressourcenschutz am Beispiel eines modellhaften mobilen Recyclinggebäudes in Berlin“ gefördert.
Zudem wurde das Projekt von der der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert sowie von einer Vielzahl engagierter und renommierter Projektpartner unterstützt.

Auf der Tempelhofer Freiheit hat das Gebäude ab November 2011 einen Nachfolgestandort gefunden, an dem es als Projektraum für die Entwicklung von Pionierprojekten und partizipativen Sportangeboten auf der Tempelhofer Freiheit weiter genutzt wird.

Partner und Unterstützer der Plattenvereinigung
Deutsche Bundestiftung Umwelt (DBU), Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Berufsförderungswerk des Bauindustrieverbands Berlin-Brandenburg, Bildungsverein Bautechnik, Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg, Oberstufenzentrum Knobelsdorff-Schule Berlin, Maxim Gorki Theater Berlin, TU Berlin - Fachgebiet Bauphysik und Baukonstruktionen, TU Berlin - Fachgebiet Fachdidaktik, UdK Berlin - Architektur, Entwerfen und Baukonstruktion, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Deutscher Werkbund, Architektenkammer Berlin, Architekten für Architekten, Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg, Bauteilnetz, Berufsverband Bildender Künstler Berlin, Deutsches Historisches Museum, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, GrünBerlin Park und Garten GmbH, KIT Universität Karlsruhe, Kompetenzzentrum Großwohnsiedlungen, Kunststoffe Berlin, plattform nachwuchsarchitekten, Schaderstiftung, Tempelhofer Freiheit, workstation Ideenwerkstatt e.V, Zukunftsbau - Lehrwerkstatt Baerwaldbad, Betomax GmbH, BMK Brandenburg, BSW Berleburger Schaumstoffwerk, DEGAS-ATD GmbH, EVENT CONSULT GmbH, Dipl.-Ing. E. Hönninger Bauunternehmung, ESCO Metallbausysteme, firestone, Fischer Befestigungstechnik, Grammer Solar, Dr. Grau GmbH, Hörmann, IKEA Stiftung, Tremco Illbruck, Kärcher, LMB Löther Maschinentransport Berlin, MC Bauchemie, Müller & Sohn, Pohl, Rockwool, Sika Deutschland GmbH, Stahlhandel Peters, StoVerotec GmbH, Wohnungswirtschaft Frankfurt Oder, u.v.m.


Geschichte und Herkunft der ost- und westdeutschen Bauteile

OLY 72 – Die westdeutschen Bauteile sind ehemaliger Bestand der weltberühmten Studentenbungalows aus dem Olympischen Dorf in München. Die Bungalows wurden zu den Olympischen Spielen 1972 als Frauendorf für die Sportlerinnen der Spiele errichtet. Anschließend wurden die Bungalows als Studentenwohnungen genutzt und erreichten nicht zuletzt durch die von den Bewohnern individuell bemalten Fassaden eine große Beliebtheit. Im Rahmen einer Generalsanierung des Dorfes wurden die Bungalows 2008 abgerissen und anschließend mit neuen Bauteilen originalgetreu wieder als Studentendorf aufgebaut. Aus einigen der abgerissenen ursprünglichen Bungalows wurden von zukunftsgeraeusche bereits 2008 gezielt Bauteile entnommen und in der Plattenvereinigung wiederverwendet.

PH 12 – Die ostdeutschen Bauteile entstammen Plattenbau-Wohnhäusern des Typs PH 12 in Frankfurt an der Oder. Das Gebäudeensemble aus zwei Punkthochhäusern, das im Volksmund als Pistolenburg bekannt war, wurde 2010 im Rahmen des Stadtumbau Ost zurückgebaut. Ebenso wie bei anderen Rückbauvorhaben wurden dabei die oberen Stockwerke nach Vorschrift Bauteil für Bauteil demontiert. Daher war es möglich, aus den abgerissenen Gebäuden Plattenbauteile zur Wiederverwendung zu erhalten.

 

Kontakt und Öffentlichkeitsarbeit:
zukunftsgeraeusche GbR
Annekatrin Fischer / Robert K. Huber
Postfach 120618
10596 Berlin

www.plattenvereinigung.de
info@plattenvereinigung.de

Plattenvereinigung ist ein Projekt von zukunftsgeraeusche, gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).




© zukunftsgeraeusche GbR (zkg)
Plattenvereinigung auf der Tempelhofer Freiheit, 2011



© zukunftsgeraeusche GbR (zkg)
Theaterstück "Das Haus", Maxim Gorki Theater in der Plattenvereinigung, Peter-Behrens-Halle der TU Berlin, 2010

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© Deutsche UNESCO-Kommission (DUK)
Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die Plattenvereinigung als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.


© Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)
Plattenvereinigung wurde als Werkstatt N-Projekt 2012 ausgezeichnet.